Zwischen den Welten
entstehen neue Wege.

Über Menschen, die zwischen Disziplinen denken.

Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich längst nicht mehr innerhalb einzelner Disziplinen lösen.

Weder in Organisationen noch in Städten. Weder in der Wirtschaft noch im Naturschutz. Weder auf gesellschaftlicher noch auf persönlicher Ebene. Je komplexer die Aufgaben werden, desto mehr Perspektiven, Fachrichtungen und Denkweisen müssen zusammenwirken.

Und trotzdem tun wir uns bis heute erstaunlich schwer mit Menschen, die genau zwischen diesen Bereichen unterwegs sind.

Menschen, die nicht nur in einer Disziplin zu Hause sind, sondern Verbindungen herstellen, übergreifend arbeiten und vernetzt denken können. Die Muster erkennen, Zusammenhänge sehen und Fragen stellen, die auch zwischen Zuständigkeiten liegen.

Nicht Unterschiedlichkeit

ist die Herausforderung –

sondern die fehlende Fähigkeit,

Unterschiedlichkeit miteinander

zu verbinden.

Mein eigener Weg zwischen den Welten

Ich habe mich lange gefragt, warum tun wir uns so schwer, zu akzeptieren, dass Menschen in unterschiedlichen Disziplinen gut sein können. Nicht aus der Opferrolle heraus, sondern weil ich selbst immer wieder erlebt habe, wie irritierend breites Interesse und Wissen bei gleichzeitiger Tiefe auf andere wirken kann.

Dabei ging es mir nie darum, möglichst viele Dinge gleichzeitig zu machen oder besonders vielseitig wirken zu wollen. Es ging vielmehr darum, meiner Natur zu folgen. Meinen Fragen nachzugehen. Das größere Ganze besser zu verstehen und an die Wurzel zu gelangen. Diese Fragen führten mich über viele Jahre durch unterschiedliche Welten.

Von Menschen zur Gestaltung.
Von Gestaltung zur Strategie.
Von Strategie zu Organisationen.
Von Organisationen zu Transformation.
Von Transformation zur Nachhaltigkeit.
Von dort weiter zur Natur, zu Lebensräumen und schließlich wieder zurück zum Menschen.

Von außen wirkt so ein Weg schnell sprunghaft oder wird als Verzettelung abgetan.
»Kann sie denn nicht einmal bei einem Thema bleiben?«
»Was macht sie denn jetzt schon wieder?«

Was hier in wenigen Zeilen fast linear klingt, war in Wirklichkeit nie gradlinig. Es war vernetztes Denken. Ein ständiges Wahrnehmen von Zusammenhängen. Für mich fühlte sich dieser Weg deshalb nie sprunghaft an, sondern sehr logisch und konsequent.

Und gerade weil ihn so wenige gehen, wurde er zu meinem eigenen Pfad.

Denn hinter all diesen Stationen standen im Kern immer dieselbe Fragen:
Wie entsteht Frieden? Und wie können wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten?

 

Breite ist nicht das Gegenteil von Tiefe

Vielleicht fällt es uns deshalb so schwer, Menschen mit breiten Interessen einzuordnen, weil wir gelernt haben, Spezialisierung als Zeichen von Kompetenz zu verstehen.

Spezialistinnen und Spezialisten haben klare Rollen, klare Bezeichnungen und klare Zuständigkeiten. Für Menschen, die in die Breite und gleichzeitig in die Tiefe gehen, wird es deutlich schwieriger. Begriffe wie Tausendsassa, Allrounder, Generalist, Hansdampf in allen Gassen oder eierlegende Wollmilchsau tragen häufig bereits eine Wertung in sich.

Dabei steckt dahinter oft eine falsche Annahme: Dass Breite automatisch Oberflächlichkeit bedeutet.
Doch Breite und Tiefe schließen sich nicht aus. Im Gegenteil.

Gerade in einer vernetzten Welt wird die Fähigkeit immer wichtiger, Zusammenhänge zu erkennen und unterschiedliche Perspektiven miteinander zu verbinden. Wenn Wissen und Kreativität sowohl in der Breite als auch in der Tiefe vorhanden sind, entstehen Verbindungen zwischen Disziplinen, die sonst häufig erst später entdeckt werden.

Auch ich habe eine Zeit lang nach einer passenden Bezeichnung gesucht. Ich wollte unbedingt Spezialistin für etwas sein, konnte meine Multi-Neugier aber nicht unterdrücken. Zuerst nannte ich mich spezialisierte Generalistin. Dann Tausendsassa. Schließlich entstand die Bezeichnung »Ganzheitliche Zukunftsgestalterin«, insbesondere als Dach für all das, was ich verbinde.

 

Warum Vielfalt allein nicht reicht

Vielleicht liegt die Herausforderung auch noch an einer anderen Stelle.

Wir sprechen heute viel über Vielfalt, unterschiedliche Perspektiven und die Bedeutung verschiedener Erfahrungen. Und das ist wichtig.
Doch Vielfalt allein schafft noch keine Verbindung.

Unterschiedliche Menschen in ein Team zu setzen bedeutet nicht automatisch, dass ihre Stärken auch genutzt werden.
Unterschiedliche Perspektiven nebeneinander existieren zu lassen bedeutet nicht automatisch, dass sie nebeneinander wirken können.

Dafür braucht es Offenheit, Interesse und manchmal auch die Bereitschaft, das eigene Weltbild zu erweitern.

Denn Menschen, die zwischen Disziplinen denken, stellen bestehende Einordnungen infrage. Sie passen nicht immer in bekannte Rollen, Zuständigkeiten oder Hierarchien. Das kann inspirieren aber auch verunsichern. Die Erfahrung hat mich über viele Jahre begleitet.

Vielleicht erleben wir genau deshalb immer wieder, das neue Perspektiven zunächst auf Skepsis stoßen. Dass ungewöhnliche Wege hinterfragt werden, dass Breite mit fehlendem Fokus verwechselt wird oder vielfältiges Interesse mit Unentschlossenheit. Nicht unbedingt aus böser Absicht.

Sondern weil wir gelernt haben, die Welt in Kategorien zu sortieren. Weil Spezialisierung leichter greifbar ist als Generalisierung – hier muss man dann schon selbst wieder genauer hinschauen und das kostet Zeit und Energie. Und weil Menschen sich häufig an dem orientieren, was sie bereits kennen.

Dabei entsteht Entwicklung und Veränderung oft genau dort, wo Unterschiedliches aufeinandertreffen und miteinander wirken darf. Nicht durch Gleichheit, sondern durch die Fähigkeit, Unterschiede als Ergänzung zu begreifen

 

Dort, wo Verbindung entsteht

Alles hängt miteinander zusammen. Man sagt es so leicht, aber spüren wir das auch?
Ich spüre es sehr deutlich und mache es mir zur beruflichen Aufgabe.

Menschen beeinflussen Organisationen.
Organisationen beeinflussen Städte.
Städte beeinflussen Lebensräume.
Lebensräume beeinflussen wiederum uns Menschen.

Das klingt zunächst so, als würde sich alles um den Menschen drehen. Betrachtet man jedoch die Kreisläufe der Natur, wird deutlich: Wir sind nicht das Zentrum des Systems, sondern ein Teil davon. Wir sind auf funktionierende Ökosysteme angewiesen und nicht umgekehrt. Für diesen Gedanken bleiben wir dennoch bei der beschriebenen Kette.

Wer an einer Stelle eingreift, verändert immer auch andere Teile des Systems.

Weil mein Interesse dem Ganzen, dem Big Picture und den Verbindungen dazwischen gilt, fällt es mir schwer, mich auf nur eine einzelne Disziplin zu beschränken.
Für mich entstehen genau dort neue Perspektiven für eine friedlichere, lebenswerte Zukunft. Wenn aus dem Dazwischen die Arme gereicht werden. Wenn unterschiedliche Disziplinen beginnen, miteinander statt nebeneinander zu arbeiten. Wenn wir Netzwerke spinnen, die so stabil und resilient werden, dass sie uns auffangen können. Wenn wir anfangen, Brücken zu schlagen, statt weiter nur in Silos zu denken.

Die Natur macht es uns vor.

→ Zur Vita
📸 Rocky Mountains, Kanada, 2009

Verfasst am 02/06/2026

 

 

Ich bin Jessica.

Als ganzheitliche Zukunftsgestalterin bewege ich mich zwischen Mensch, Organisation, Lebensraum und Natur. Mich interessieren nicht nur die Silos, sondern vor allem die Verbindungen zwischen den einzelnen Disziplinen, denn alles wirkt miteinander.

Seit über 20 Jahren begleite ich Wandel aus verschiedenen Perspektiven: strategisch, gestalterisch, systemisch und ganz bewusst auch persönlich. Dabei beschäftigt mich immer wieder dieselbe Frage: Wie können wir eine lebenswerte Zukunft gestalten?

Auf diesem Blog schreibe ich über Zukunft im Wandel, Verbindung statt Silodenken, Neurodiversität, Potenziale, Natur und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven miteinander in Beziehung zu bringen.

Denn ich glaube, dass viele der Antworten, die wir suchen, nicht innerhalb einzelner Bereiche entstehen, sondern in ihrer Verbindung.

In meinem Newsletter teile ich Gedanken, Perspektiven und Impulse rund um Wandel, Gestaltung und Zukunft. Unregelmäßig. Klar. Wertvoll.

Vielen Dank für Dein Interesse!